Patronus - beschützt Kinder von psychisch kranken Eltern

Wir bietet ein Projekt für Kinder an, deren Eltern psychisch krank sind oder an einer Sucht leiden. Kinder aus betroffenen Familien wird dadurch eine Plattform für Entlastung, Stärkung und Wissensvermittlung geboten.

Was ist eine Depression und was macht sie mit meiner Mutter? Warum hört Papa nicht einfach auf, Bier zu trinken? Diese oder ähnliche Fragen werden die 8 bis 13-jährigen Kinder gemeinsam mit einer soz.-päd. Fachkraft und einer Psychologin einmal wöchentlich in sechsmonatiger Gruppenarbeit angehen. Spielerisch lernen sie, über Gefühle zu sprechen und erarbeiten Methoden, wie sie ihren Lebensalltag besser meistern können. Das Problem der Eltern können sie nicht lösen, obwohl sie sich manchmal schuldig fühlen. Manche Kinder versuchen, die Aufgaben ihrer Eltern zu übernehmen, wenn diese dazu nicht in der Lage sind. Andere Kinder schämen sich und bringen deshalb keine Freunde mit nach Hause. Die Belastungen können vielseitig und groß sein.

Aus Studien geht hervor, dass Kinder psychisch kranker Eltern eine besondere Risikogruppe darstellen, da die kindliche Entwicklung durch die Erkrankung ihrer Eltern negativ beeinflusst werden kann und sie schlimmstenfalls in ihrem späteren Leben selbst an einer psychischen Erkrankung leiden oder einer Sucht verfallen. Etwa jedes vierte Kinder war 2017 von der Erkrankung eines Elternteils betroffen – Tendenz steigend. Über 60 % der betroffenen Kinder entwickeln selbst psychische Störungen.

Nun gibt es in der Grafschaft Bentheim dieses langfristiges Projekt für diese Kinder. Damit sich dieses etabliert ist es notwendig, Fachpersonal und andere, die mit Kindern zu tun haben, für diese Zielgruppe zu sensibilisieren. Dazu bieten wir Fachveranstaltungen für Sozialarbeiter*innen, psychiatrisches Fachpersonal und pädagogische Mitarbeiter*innen an Schulen und anderen Institutionen an.

Die Erfahrungen haben auch gezeigt, dass die Kinder nach den sechsmonatigen Gruppentreffen weiterer Hilfen und Unterstützung bedürfen. Um die Nachhaltigkeit zu fördern, wird es für alle ehemaligen Kinder und die, die nicht direkt in die Gruppe einsteigen können, ein offenes Angebot im Jugendzentrum Nordhorn geben. Fragen bei Krisen in den Familien oder neu auftretenden Probleme können mit der Projektleiterin besprochen werden. Auch die Eltern werden mit ins Boot genommen. Ihnen bieten wir eine Sprechstunde an. Der Kinderschutzbund hält die Einbeziehung für notwendig, da die Eltern sich oftmals große Sorgen um die Entwicklung ihrer Kinder machen.

Durch eine trägerübergreifende Mitarbeit folgender Kooperationspartner (Drogenberatungsstelle, Euregio-Klinik, Eylarduswerk, Jugendamt, Ökumenische Fachambulanz Sucht, Sozialpsychiatrischer Dienst) in der Konzeptionierung und die finanzielle Unterstützung der Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung ist es dem Kinderschutzbund gelungen, eine Förderung durch die Aktion Mensch für eine Laufzeit von 5 Jahren zu erhalten.

Das Projekt ist für die Teilnehmenden kostenfrei und unverbindlich! Ansprechpartnerin ist Maike Elbert E-Mail: maike.elbert@ewe.net